Sonnenbad in der Wackerhalle – Till Brönner und Band

Till Brönner

Till Brönner

Ein Stück Sommer konnte das Publikum schon heute in der Wackerhalle tanken. Till Brönner schien die Sonne dieses herrlichen Frühlingstages aufgesogen und für das Publikum gespeichert zu haben. Doch nicht nur die Burghauser Sonne schimmerte durch die Töne im ersten Konzert des Samstagabends. Brönner und seine Band hatten sie überall auf der Welt eingefangen und mitgebracht: aus Brasilien („Aquelas Coisas Todas“), aus Paris (in Michel Legrands Ballade „Once Upon A Summertime“), aus einem „warmen Ort mit sehr schönem Wetter“ (O-Ton Brönner) in „A Distant Episode“. Dazu verbreiteten geradezu symbolisch sieben große Lampen im Rücken der Musiker sonnenwarmes Licht.

Till Brönner und Band - die Sonne(n) im Rücken

Till Brönner und Band – die Sonne(n) im Rücken

Die Rhythmen: nicht allzu heiß, die Harmonik: nicht allzu grell – kurzum: angenehmes Klima.

Seinen eigenen Worten nach bestand Brönners Rebellion zeitlebens darin, „die Musik durchzuhalten, die keiner gut fand außer mir“. Wer sich selber treu bleibt, hat aber die besten Voraussetzungen, andere mit dem anzustecken, wofür er sich erwärmt. Till Brönner ist das zweifellos gelungen: er gehört zu den bekanntesten deutschen Jazzern, nicht nur im eigenen Lande, sondern weit darüber hinaus. Sogar das Weiße Haus ließ sich von seinen Tönen erfüllen – zu Obamas Zeiten wohlgemerkt. Mainstream Jazz: der Begriff mag etwas weichgespült klingen; aber er hat durchaus angesehene Vertreter, wie z.B. Freddie Hubbard, dem Brönner an diesem Abend auch ein Stück widmete.

Etwas weniger Sonne, dafür mehr Funk schien durch bei Dave Grusins Musik zu dem Kinofilm „Three Days of the Condor“ – einem zeitlos-spannenden Thriller aus dem Jahr 1975, in dem an einem Regentag ein ganzes Büroteam niedergemetzelt wird. Zum Glück entließ Brönner das Publikum nicht mit dieser unversöhnlich-trüben Thematik, sondern mit einem groovig-glücklichen Finale („Happy“ von Pharell Williams), das ein wohlig-durchgewärmtes Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle durch Mitklatschen quittierte.

Ein echter Familien-Samstagabend: für jeden was dabei.

Till Brönner

Till Brönner (mit Flügelhorn für warmen Klang)

 

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Mehr in den Kommentarrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.